In Ankum soll eine Bürgerstiftung entstehen, die künftig ehrenamtliches Engagement besser miteinander verknüpft und Ideen für die Gemeinde unterstützt. Hintergrund ist die Beobachtung, dass es zwar viele Vorschläge und engagierte Menschen gibt, bislang jedoch eine zentrale Anlaufstelle fehlt, die Projekte koordiniert und Beteiligte zusammenbringt.
Die Initiative geht auf Erfahrungen von Jörg von der Heide aus seiner Arbeit in der Gerd und Gertrud Billenkamp-Stiftung zurück. Gemeinsam mit zwei weiteren Vorstandsmitgliedern entstand der Wunsch, das Vermächtnis der verstorbenen Geschwister auf eine breitere Grundlage zu stellen und mehr Bürgerinnen und Bürger für ein gemeinsames Engagement zu gewinnen.
Für den Aufbau der neuen Stiftung ist die Finanzierung zunächst gesichert. Die Billenkamp-Stiftung übernimmt als Patin die Gründungskosten und stellt jährlich 20.000 Euro zur Verfügung. Hinzu kommen die Erträge aus dem Stiftungskapital, das durch Zustiftungen der Gründungsstifter ab einer Höhe von 3.000 Euro aufgebaut werden soll. Insgesamt wird mit einem jährlichen Budget von rund 40.000 Euro gerechnet.
Das Stiftungskapital selbst bleibt dauerhaft erhalten und darf nicht verwendet werden. Gefördert werden stattdessen Projekte aus den erwirtschafteten Erträgen sowie aus zusätzlichen Spenden. Zu den ersten Vorhaben gehören unter anderem eine Ehrenamtsbörse, ein Besuchsdienst für Seniorinnen und Senioren sowie Leseförderangebote für Kinder.
Darüber hinaus möchte sich die Bürgerstiftung am bevorstehenden 1050-jährigen Ortsjubiläum beteiligen. Geplant sind eine eigene kulturelle Veranstaltung sowie ein dauerhaftes Geschenk an die Gemeinde. Damit die Stiftung bis dahin aktiv arbeiten kann, ist ihre Gründung für den 17. April 2026 vorgesehen.
Die Vorbereitungen laufen bereits seit September 2025. Aus einer anfänglich kleinen Gruppe von etwa zehn Engagierten ist inzwischen ein Kreis von rund 25 Frauen und Männern unterschiedlichen Alters geworden. In mehreren Arbeitsgruppen wurden in den vergangenen Monaten die organisatorischen Grundlagen geschaffen.
Dazu zählt auch die Ausarbeitung einer Satzung, die Aufgaben und Zuständigkeiten der verschiedenen Gremien regelt. Ein Vorstand soll künftig die laufenden Geschäfte übernehmen, während ein Stiftungsrat beratend tätig ist und die Arbeit des Vorstands kontrolliert.
Zur Stifterversammlung gehören alle Gründungsstifter und späteren Zustifter. Wer mindestens 3.000 Euro in das Stiftungskapital einbringt, erhält eine lebenslange Mitgliedschaft und kann bei der Wahl des Stiftungsrates mitentscheiden. Zusätzlich unterliegt die Stiftung der Kontrolle durch das Finanzamt sowie die zuständige Stiftungsaufsicht.
Mitwirken können Interessierte nicht nur finanziell, sondern auch durch ehrenamtliche Mitarbeit oder eigene Projektideen. Jörg von der Heide sieht dafür gute Voraussetzungen: Die starke Verbundenheit vieler Menschen mit Ankum biete großes Potenzial für gemeinschaftliches Engagement. Gleichzeitig soll die Bürgerstiftung das Zusammengehörigkeitsgefühl weiter stärken und als Einrichtung wahrgenommen werden, die von den Bürgerinnen und Bürgern getragen wird.
Vor der offiziellen Gründung findet am Donnerstag, 9. April, um 19.30 Uhr in der Grundschule Ankum eine Informationsveranstaltung statt. Neben der Vorstellung der Pläne steht dort vor allem der Austausch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern im Mittelpunkt. Ziel ist es, weitere Menschen für die Mitarbeit und Unterstützung der neuen Bürgerstiftung zu gewinnen.

